Claviersalon Miltenberg/ Mai 2017

das beethoven-zimmer

CLAVIERSALON KONZERT ZYKLUS 2017/18

DAS BEETHOVEN-ZIMMER  -EIN ZYKLUS AUF FLÜGELN-

 

9. April 2017 18.00 Uhr, Miltenberg, Rittersaal auf der Mildenburg: Edoardo Torbianelli an den historischen Hammerflügeln von Conrad Graf, Wien 1828 und John Broadwood, 1807   ein Konzert im Rahmen des Zyklus:  "DAS BEETHOVEN-ZIMMER"

 

28. Mai 2017 18.00 Uhr, Miltenberg, Rittersaal auf der Mildenburg:  Annette Wehnert-Steffen, Violine und Sylvia Ackermann: frühe Violin-Sonaten von Beethoven, Bernhard Romberg und Franz Xaver Mozart, ein Konzert im Rahmen von "DAS BEETHOVEN-ZIMMER - ein Zyklus auf Flügeln

 

die weitere Termine folgen demnächst

 

 

DAS BEETHOVENZIMMER TEIL II

Annette Wehnert, Violine und Sylvia Ackermann, Hammerflügel stellen die Violin-Sonaten op. 12 Nr. 2 und op. 24 von Beethoven den Violin-Sonaten von Bernhard Romberg und Franz Xaver Mozart gegenüber.

Die frühen Violin-Sonaten von Beethoven sind in ihrer Tonsprache völlig neu und grenzen sich ganz bewusst von den Vorbildern Haydn und Mozart ab. Die "Allgemeine musikalische Zeitung" von 1802 zählt die sog. Frühlings-Sonate "unter die beste, die Beethoven geschrieben hat, und das heisst ja wirklich unter die besten, die gerade jetzt überhaupt geschrieben werden. Der originelle, feurige und kühne Geist dieses Komponisten, der schon in seinen früheren Werken dem Aufmerksamern nicht entgehen konnte, der aber wahrscheinlich darum nicht überall die freundlichste Aufnahme fand, weil er zuweilen selbst unfreundlich, wild, düster und trübe daherstürmte, wird sich jetzt immer mehr klar, fängt immer mehr an, alles Übermaß zu verschmähen, und tritt, ohne von seinem Charakter zu verlieren, immer wohlgefälliger hervor…"

 

Andreas Romberg, dessen 250. Geburtstag wir dieses Jahr feiern, und Beethoven kannten sich aus ihrer Bonner Zeit. In Wien trafen sie sich wieder und haben dort auch gemeinsam in Konzerten musiziert. Im 18. Jahrhundert stellte man die Kompositionen von Romberg sogar zeitweilig auf eine Stufe mit Haydn und Beethoven, während sein Ruhm nach dem Tod schnell verblasste.

Franz Xaver Mozart musste sich zeitlebens mit dem Genius seines Vaters messen - was auch der Umzug in das entfernte Lemberg nicht änderte. Interessant ist es in jedem Falle, die familiäre Bindung zwischen Vater und Sohn in seinen Kompositionen nachzuhören.

 

 

Sonntag, 28. Mai 2017, 18.00 Uhr Rittersaal der Mildenburg

 

Karten zu 18 € unter 09371/959786, claviersalon@web.de und an der Abendkasse

Beethoven hat ausserordentliche Musik geschrieben, waghalsig und ein reeller Spiegel seiner Innenwelt, seiner schmerzhaften, aber mutigen Biografie. Seine Ertaubung, die sich schon sehr früh ankündigte und über viele Jahre hinzog, hat ihn zu der Musik geführt, die wir heute von ihm hören können.

 

Er war in den letzten 10 Jahren seines Lebens einfach nicht mehr in der Lage, sich in gewohntem Maße mit seiner Umwelt auszutauschen und hörte quasi auch nicht mehr auf Regeln, Konventionen oder gar die Musik anderer Komponisten. In seiner stillen Welt entwickelte er eine neue Musiksprache, sein "neuer Weg". Dabei hat er sein Schicksal bewusst angenommen:

 

"so glücklich, als es mir hienieden beschieden ist, sollt ihr mich sehen, nicht unglücklich - nein, das könnte ich nicht ertragen - ich will dem Schicksal in den Rachen greifen, ganz niederbeugen soll es mich nicht... (an F.G. Wegeler, 16.11. 1801).

 

"Wir Endliche mit dem unendlichen Geist sind nur zu Leiden und Freuden geboren, und beinahe könnte man sagen, die Ausgezeichneten erhalten durch Leiden Freude.”

(1808, an die gelähmte Gräfin Maria von Erdödy)

 

Beethoven war ein sehr geselliger Mensch gewesen, liebte gutes Essen und war immer wieder bei Freunden oder Schülern zum Mittagessen eingeladen. Meistens besuchte er aber ein Gasthaus. Durch die wirtschaftliche Krise der napoleonischen Besetzung Wiens wurde die Lebensmittelversorgung immer schwieriger und damit das Essen in den Wirtshäusern immer schlechter. Eine Katastrophe für Beethoven!!

 

Ignaz von Seyfried berichtet, wie sich Beethoven wohl eines Tage entschloss, Haushalt und Küche selbst in die Hand zu nehmen:

 

"Den Geladenen blieb nichts übrig, als in Erwartung der Dinge, die da kommen sollten, sich pünktlich einzustellen. Sie trafen ihren Wirth im Nachtjäckchen, das struppige Haupt mit einer stattlichen Schlafmütze bedeckt, die Lenden umgürtet mit einer blauen Küchenschürze, am Herde vollauf beschäftigt.  Nach einer Geduldprobe von mehr denn anderthalb Stunden, nachdem der Mägen ungestüme Forderungen kaum mehr durch cordiale Zwiegespräche beschwichtigt werden konnte, wurde endlich servirt. Die Suppe gemahnte an den in den Gasthöfen der Bettlerzunft mild gespendeten Abhub; das Rindfleisch war kaum zur Hälfte gargekocht und für eine Straussennatur berechnet; das Gemüse schwamm gemeinschaftlich in Fett und Wasser und der Braten schien im Schornstein geräuchert. Nichtsdestoweniger sprach der Festgeber allen Schüsseln tüchtig zu, und suchte sowohl durch das eigene Beispiel, als durch unmässiges Anpreisen der vorhandenen Leckerbissen seine saumseligen Gäste zu animiren. Diese jedoch vermochten kaum nothdürftig einige Brocken hinabzuwürgen, betheuerten, bereits übersatt zu sein und hielten sich an ein gesundes Brod, frisches Obst, süsses Backwerk und unverfälschtem Rebensaft. Glücklicherweise ennuyirte bald nach diesem denkwürdigen Gastgebot den Meister der Töne das Küchenregiment. Freiwillig legte er das Scepter nieder."

 

... und widmete sich fortan wieder voll und ganz seinen Kompositionen.

 

SYLVIA ACKERMANN & EDOARDO TORBIANELLI

FORTEPIANO

9. April 2017, 17 Uhr: Edoardo Torbianelli

Rittersaal auf Mildenburg zu Miltenberg

 

Edoardo Torbianellis Aufnahmen wurden von der Kritik mit Enthusiasmus aufgenommen, er konzertiert in allen bedeutenden Sammlungen historischer Tasteninstrumente und berühmten Konzerthäusern. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Schola Basiliensis gibt er sein Wissen auch in vielen Kursen weiter.

Am 28. Mai stellen Annette Wehnert-Steffen, Violine und Sylvia Ackermann frühe Violin-Sonaten von Beethoven den Violin-Sonaten von Bernhard Romberg und Franz Xaver Mozart gegenüber.

 

Andreas Romberg, dessen 250. Geburtstag wir nächstes Jahr feiern, hat Beethoven sowohl in Bonn als auch in Wien getroffen und die beiden haben viel miteinander musiziert. Im 18. Jahrhundert stellte man die Kompositionen von Romberg gar auf eine Stufe mit Haydn und Beethoven, während sein Ruhm nach dem Tod schnell verblasste. Franz Xaver Mozart musste sich zeitlebens mit dem Genius seines Vaters messen - was auch der Umzug in das entfernte Lemberg nicht änderte. Interessant ist es in jedem Falle, die familiäre Bindung zwischen Vater und Sohn in seinen Kompositionen nachzuhören.

 

weitere Termin ab Herbst 2017 werden rechtzeitig bekannt gegeben

ANNETTE

WEHNERT

SYLVIA ACKERMANN

EDOARDO TORBIANELLI

ANNETTE WEHNERT

BAROCKVIOLINE

DAS BEETHOVENZIMMER  - DIE KÜNSTLER

THEMA BEETHOVEN - FORTEPIANO

CLAVIERSALON  FORTEPIANO

SINGULÄRE ZEUGNISSE DES KLAVIERBAUS ERLEBEN

Das Beethoven-Zimmer

Ein Zyklus auf Flügeln

Ein Projekt des Claviersalon Miltenberg e.V. 2017/18

 

Der Claviersalon beherbergt sehr viele originale Tasteninstrumente der Beethoven-Zeit. Dies ist für uns Anlass eine Beethoven-Reihe zu initiieren, in der dem Zuhörer die verschiedenen Klangvorstellungen und existierenden Klavierbau-Typen der Zeit zwischen 1790 und 1828 unmittelbar erleben können.

Beethoven spielte auf verschiedensten Instrumenten, die in den Quellen auch belegt sind. Da der Klavierbau sich gerade in dieser Zeit in atemberaubender

 

Weise entwickelte und sich der Bruch vom klassischen Klang-Ideal zum romantischen Klang vollzog, ist es äusserst interessant das Werk von Beethoven in diesem Wandel zu begreifen.

In unserer Beethoven-Reihe stellen wir in vielen verschiedenen Konzerten die bedeutenden Claviere der Beethoven-Zeit vor. Für die Eröffnung unserer Konzert-Reihe am 9. April im Rittersaal der Mildenburg haben wir einer der profiliertesten Pianisten der Hammerflügel-Szene eingeladen und freuen uns auf sein Kommen.

Hammerflügel

Johann David Schiedmayer

OPUS 7 / ERLANGEN 1783

Die von Johann David Schiedmayer und Johann Andreas Stein erhaltenen  Original- Instrumente sind Ikonen des frühen Klavierbaus, schon zu Lebzeiten waren sie über alle Maßen begehrt und geschätzt, so auch bei der   Kurfürstlichen Kapelle in Bonn wo Beethoven bereits mit 13 Jahren  Mitglied war.

"Dafür sind aber auch seine (J.D.Schiedmayers) Instrumente von innen und von außen, fürs Auge und fürs Ohr, das Nonplusultra in ihrer Art."

Ernst Ludwig Gerber: Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler 1814

über das hier präsentierte Instrument  J.D. Schiedmayer Nr. 7  schreibt Cramer, Magazin der Musik, 1783:

"Das Instrument ist ebenso wohl in Ansehung seines bis zum größten Eigensinn getriebenen vortreflich gearbeiteten und geschmackvollen Korpus, als auch wegen seines außerordentlich künstlichen und regelmäßigen Mechanismus, das einzige in seiner Art. So leicht, als das leichteste Klavichord, spricht es in allen Tönen, von der Tiefe bis in die Höhe, in der vollkommensten Gleichheit an; es singt im Baß bey abgestoßenen Anschlag wie ein Fagott. Ohne irgend einen Zug oder Tritt mit dem Fuß, womit sonst die gewöhnlichen Hammerinstrumentenmacher ihre Stark oder Schwach ausdrücken lassen müssen, kann vom sanftesten Pianissimo, von dem leichtesten Hauch der Liebe, allmählich der Ausdruck zum erschütternsten Fortissimo anschwellen. Mit unbeschreiblicher Schnelligkeit schlagen die Hämmer an die Saiten, und fallen durch die geschwindeste Auslösung blitzschnell wieder zurück, und die Dämpfung ist dabey so herrlich gearbeitet, dass mit Abziehen der Hände sogleich alle Töne ganz abgeschnitten stumm und todt sind. Ein Zug istangebracht, durch welchen der Ton dem stärksten Flügelton ähnlich wird, und womit man ein Orchester von 50 Stimmen vollkommen begleiten kann.“

 

Hammerflügel Melchior Guante

Münster/ Westfalen um 1800

Melchior Guante baute in Münster / Westfalen ab ca 1790 Hammerklaviere, sein Landesherr Maximilian Franz von Österreich Kurfürst von Köln und Fürstbischof von Münster - Beethovens Chef und erster Mäzen  zog während des ersten Koalitionskrieges  1792 von Bonn in seine Residenz nach Münster um, wo sich Guante gerade anschickte sein Gewerbe aufzubauen.  Eine Freundschaft verband Melchior Guante mit dem berühmten Münsteraner Cellisten Bernhard Romberg der u.a. gemeinsam mit seinem Cousin Andreas Romberg und Franz Anton Ries bis  1799 mit  Beethoven (Bratsche) im Quartett spielte. Sogar Romberg's Sohn sollte bei Guante in die Lehre gehen. Daraus ergeben sich eventuell verschiedene Berührungspunkte zwischen Guante und Beethoven, und schließlich war ja auch das Steinische Fortepiano welches Guante baute sowohl in Bonn präsent als auch später in Wien. Auffallend ist, dass von Guante ausschließlich Hammerflügel in der Luxus- Ausstattung von feinstem Mahagoni mit vergoldeten Leisten erhalten sind. Derartige Instrumente waren wohl überwiegend für die aristokratische Kundschaft vorgesehen.

 

Hammerflügel Matthäus Andreas Stein

WIEN 1803

Matthäus Andreas Stein (* 12. Dezember 1776 in Augsburg; † 6. Mai 1842 in Wien) war der Sohn des berühmten Orgel- und  Klavierbauers Johann Andreas Stein aus Augsburg. Nach dem Tod seines Vaters gründete Matthäus Andreas Stein im Jahr 1794 zunächst gemeinsam mit seiner Schwester Nannette Streicher in Wien eine Klavierfabrik unter dem Namen Frère et Soeur Stein. 1802 trennten sie das gemeinsame Geschäft und führten fortan jeweils eigene Unternehmen,  Matthäus Andreas unter dem Namen André Stein. Er war mit Ludwig van Beethoven bekannt, dessen Instrumente er auch wartete. Das Instrument hat den für seine Zeit modernen Klaviaturumfang von 6 Oktaven. Die Prellzungen- Mechanik mit Holzkapseln -entspricht aber noch ganz dem Modell der alten Mozart -Instrumente und belegt damit die beständige Wertschätzung  für eine besonders Empfindsame und ausdrucksvolle Spielweise für welche die Stein-Instrumente exemplarisch stehen.

Hammerflügel John Broadwood & Sons

LONDON 1807

Als Beethoven in der Blüthe seines nun unsterblich gewordenen Ruhmes stand, erhielt er bekanntlich von den grössten Tonkünstlern Englands ein Fortepiano aus der weltberühmten Fabrik des Herrn Broadwood in London als eine Anerkennung und Huldigung zum Geschenk, Dieses Fortepiano in mit den Inschriften aller dieser Tonkünstler versehen, und ist durch die 20 letzten Jahre von Beethoven zum Spiel und zur Composition benutzt  worden... Es ist von massivem Mahagoniholze, hat den Umfang von 6 Octaven (von dem Contra-C bis zu dem viergestrichenen C), ist gut conservirt und hat alle Eigenschaften der soliden englischen Mechanik und Bauart.

aus ALLGEMEINE MUSIKALISCHE ZEITUNG, den 15. Juni 1846

 

Hammerflügel Conrad Graf

Wien 1828

Beethovens letzter Hammerflügel war eine Leihgabe des berühmtesten Wiener Klavierbauers Conrad Graf. Das Instrument kam im Januar 1826 zunächst  als Ersatzinstrument für Beethovens Broadwood- Flügel  während einer Reparatur zu Beethoven   und blieb dort bis nach dessen Tod 1827. Der Hammerflügel ist von Kontra C bis Cis dreichörig und ansonsten vierchörig besaitet, Klaviaturumfang: sechseinhalb Oktaven (Kontra C-f""),Länge: 2428 mm, Breite: 1212 mm, es ist keine Opus Nummer nachweisbar. Heute steht Beethovens letzter Hammerflügel im Beethoven- Haus Bonn.

 

Conrad Graf ist der vielleicht ruhmreichste Klavierbauer überhaupt , sein Name ist  Legende und gleichzeitig Inbegriff des Wiener Klavierbaus im frühen 19. Jahrhundert  -untrennbar  verbunden mit allen bedeutenden Komponisten seiner Zeit.

 

Der hier präsentierte originale Conrad Graf-Flügel mit der Opus Nr 1463  wurde 1828 in Wien erbaut,  das Instrument hat 5 Pedale: Fagott, Verschiebung, Moderator, Dämpfungsaufhebung und Janitscharenzug

AKTUELLE CLAVIERSALON VIDEOS

SYLVIA ACKERMANN SPIELT DUSSEK:

"DER TOD DER MARIE ANTOINETTE"

The Sufferings of the Queen of France, (Dussek, Jan Ladislav Op.23/1793) the Claviersalon Miltenberg presents the Clavier - drama by Jan Ladislav Dussek than classic toy theater - production with Sylvia Ackermann on historical Sulzbacher Tangentenflügel

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fotos/ bilder & gestaltung (sofern nicht anders bezeichnet:: ©georg ott 2017

zum ersten mal wird...

...seine Musik  auf fünf originalen Beethoven- Hammerklavieren zu hören sein

die ganze Vielfalt historischer Tasteninstrumente

Claviersalon